innovation@publishing am 7. November 2011

Der rapide Wandel in der Buchbranche mit allen Chancen und Risiken war Thema der ersten Erlanger Zukunftskonferenz „innovation@publishing“, zu der sich Fachwelt und Wissenschaftler am 7. November 2011 auf Einladung der Erlanger Buchwissenschaft trafen. Im einleitenden Vortrag ging Svenja Hagenhoff, die neue Professorin am Lehrstuhl, auf die Bedeutung von Apps für die Branche ein. Sie warnte die Verlage davor, die Besonderheiten dieses neuen Markts zu unterschätzen. Statt abzuwarten sollten Branchenvertreter davon ausgehen, dass der technisch fragmentierte Markt auch in Zukunft schwierig zu bedienen sein wird und eine Standardisierung auf sich warten lässt. Helmut von Berg von Klopotek & Partner machte deutlich, dass in Zukunft nicht mehr Lektoren allein für die Entwicklung neuer Produkte zuständig sein werden. Innovation gehe von all denjenigen aus, die die Bedürfnisse der Kunden kennen und diese in Produkte umzusetzen verstehen. Schlüsselfigur sei dabei der „Bedürfnisse-Wahrnehmer“. Für eine holistische Verlagsführung sprach sich Klaus Bramann vom gleichnamigen Verlag aus. Das Erfolgspotenzial von Synergien betrachtete Dorothea Hennessen, die Deutschland-Chefin von Elsevier, die die internationale Struktur des eigenen Hauses als Vorteil für die Verteilung von Aufgaben bezeichnete. Abgerundet wurden die Vorträge mit jeweils anschließender lebhafter Diskussion von Anke Beck von De Gruyter („Was Wissenschaftler wirklich wissen wollen“) und Gerhard Seitfudem (über die Spezifika des Corporate Publishing). Die Abschlussdiskussion im voll besetzten Senatssaal des Erlanger Kollegienhauses brachte die vielfältigen Aspekte der Keynotes und Vorträge auf einen Nenner: Die zentrale Kompetenz, mit der sich Verlage von jedem branchenexternen Anbieter unterscheiden müssen, ist ihre Fähigkeit, Content nicht nur zu erstellen, sondern auch angemessen zu vermarkten. Der Kunde steht im Mittelpunkt, was Fachinformationsverlagen mit immer ausgefeilteren Kundenbindungsstrategien realisieren müssen. Die vom Loewe-Verleger Volker Gondrom zuletzt aufgeworfene Frage, ob die Fragmentierung der Publika zwangsläufig auch zu Individualisierungstrategien von Verlagen führen muss, gibt für die nächste Erlanger Zukunftskonferenz im kommenden Jahr sicherlich genug Gesprächsstoff.

Hier finden Sie einzelne Präsentationen und Beiträge der Referenten:

Helmut von Berg: Vernetzes Publizieren

Svenja Hagenhoff: Apps sind eine Revolution

Gerhard Seitfudem: Der (Buch-)Verlag als Dienstleister